Brustkrebs-Behandlung

Nach der Diagnose Brustkrebs, auch Mammakarzinom, ist für Frauen nichts mehr wie zuvor. Wir haben für Betroffene und Interessierte umfassende Informationen zum Thema Brustkrebs-Behandlung zusammengefasst: die wichtigsten Behandlungen und Brustkrebstherapien sowie Links zu tiefergehenden Informationen.
Brustkrebs-Behandlung

Die wichtigsten Behandlungen und Brustkrebstherapien



Die wichtigsten Behandlungen und Brustkrebstherapien


Nach der Diagnose Brustkrebs, auch Mammakarzinom, ist für Frauen nichts mehr wie zuvor. Wir haben für Betroffene und Interessierte umfassende Informationen zum Thema Brustkrebs-Behandlung zusammengefasst: die wichtigsten Behandlungen und Brustkrebstherapien sowie Links zu tiefergehenden Informationen.

Überblick

Welche Therapien kommen bei Brustkrebs infrage?

Bei den meisten Frauen kann bei der Diagnose Brustkrebs brusterhaltend operiert werden.
Nach der brusterhaltenden Operation, erfolgt wenn möglich, eine zusätzliche Bestrahlung der Brust. So kann das Risiko für einen Rückfall im verbliebenen Gewebe gesenkt werden. Bei großen Tumoren kann eine medikamentöse Therapie, meist eine Chemotherapie, vorgeschaltet werden, um Tumoren zu verkleinern.

Ist eine Erhaltung der Brust nicht möglich, können Frauen fast immer aus verschiedenen Verfahren der Brustrekonstruktion wählen. Von Büstenhalterprothesen über dauerhaft eingesetzte Silikonimplantate bis zum Brustaufbau mit körpereigenem Gewebe.

Die Bestrahlung hängt bei einer Mastektomie, der Abnahme der Brust, vom individuellen Rückfallrisiko ab.
Aus der Forschung ist bekannt, dass das Risiko für Rückfälle und Metastasen sinkt, wenn eine ergänzende medikamentöse Behandlung angeschlossen wird – als sogenannte adjuvante Behandlung. Möglich sind je nach individueller Situation eine Hormonentzugsbehandlung, eine Chemotherapie und sogenannte zielgerichtete Antikörper. Ist das Risiko besonders hoch, können diese drei Verfahren miteinander kombiniert werden.

Bei fortgeschrittener Erkrankung steht für Patientinnen die Brustkrebs-Behandlung, die ein weiteres Tumorwachstum bremst und sich gegen Metastasen richtet gleichwertig neben der Linderung von Schmerzen.

Am Brustzentrum Luisenkrankenhaus Düsseldorf erhalten Patientinnen umfassende Beratung. Überregional anerkannte Fachärztinnen und Fachärzte legen großen Wert auf eine exakte Diagnose und die Wahl der richtigen Therapie. Die Patientinnen stehen bei einer Brustkrebs-Behandlung immer im Mittelpunkt.

Dr- Schaper und Dr. Darsow in einer Fallbesprechung.

Verfahren bei Brustkrebs-Behandlung

Ein wichtiger Teil der Brustkrebs-Behandlung ist die Tumor-Entfernung. Nur bei wenigen erkrankten Frauen wird auf eine Operation verzichtet. Dazu zählen ältere, sehr gebrechliche Patientinnen oder wenn die Erkrankung bei der Diagnosestellung bereits sehr weit fortgeschritten ist.

Vor einer Operation wird zunehmend eine Chemotherapie durchgeführt. Dies ist die sogenannte neoadjuvante Therapie. Bei den meisten Patientinnen verkleinert sich der Tumor dabei. So kann er schonender operiert werden und die Brust weitestgehend erhalten werden.

Brusterhaltende Operation

Wann immer möglich, operieren Ärzte brusterhaltend. Etwa Dreiviertel der von Brustkrebs betroffenen Frauen in Deutschland werden brusterhaltend operiert und anschließend bestrahlt.

Das Ziel einer brusterhaltenden Operation ist die vollständige Entfernung des Tumors. Die Brust soll dabei so erhalten werden, dass nach dem Eingriff kein Unterschied zur anderen Brust zu sehen ist.

Wenn bei der Tumorentfernung sehr viel Drüsengewebe entfernt werden muss, ist es möglich, dass die operierte Brust sich stark von der gesunden Brust unterscheidet. Eine Angleichung kann durch Verkleinerung der gesunden Seite oder den Aufbau der erkrankten Seite erfolgen. Oft ist ein optischer Ausgleich auch mit Hilfe von Teilprothesen möglich.

Wann kann brusterhaltend operiert werden

Die brusterhaltende Therapie ist heute Standard in der Brustkrebs-Behandlung.

Sie kommt dann in Frage, wenn es sich bei dem Befund um einen von den Milchgängen ausgehenden, örtlich begrenzt bleibenden Tumor der Brust, ein sogenanntes duktales in-situ-Karzinom (DCIS) handelt. Wenn der Tumor im Verhältnis zur Brust relativ klein ist oder sich zumindest mit tumorfreien Schnittgrenzen entfernen lässt.

Wenige Gründe sprechen gegen eine brusterhaltende Therapie:

  • Es handelt sich um ein inflammatorisches Karzinom. Das ist eine sehr seltene, aber aggressive Art des Brustkrebs und macht etwa 1-2% aller Mammakarzinome aus.
  • Eine Nachbestrahlung ist nicht möglich oder nicht gewünscht.
  • Der Tumor kann nicht mit tumorfreiem Rand ausgeschnitten werden.

Bei großen Tumoren kann eine vorgeschaltete Chemotherapie zur Verkleinerung des Tumors bei einigen Patientinnen möglich sein.

Vor- und Nachteile der brusterhaltenden Operation

Die brusterhaltende Operation ist ein relativ kleiner Eingriff mit kurzem Krankenhausaufenthalt. Ein weiterer Vorteil dieser Brustkrebs-Behandlung ist, dass die Brust erhalten bleibt. Die Erkrankung ist später nicht oder nur wenig sichtbar.  Es entsteht eine relativ kleine Narbe. Jüngere Frauen können mit der Brust noch stillen, wenn ausreichend Drüsengewebe erhalten bleibt.

Ein kleines Risiko bleibt, dass bei der Operation nicht alle Tumorzellen entfernt werden. Eine erneute Operation ist dann nötig, wenn bei der feingeweblichen Untersuchung im Randbereich des entnommenen Gewebes noch Tumorzellen gefunden werden.

Als onkologisch sicher gilt die brusterhaltende Therapie nur mit anschließender Bestrahlung. Es ist möglich, dass sich durch die Bestrahlung oder den chirurgischen Eingriff Verhärtungen oder Dellen in der behandelten Brust bilden.


Das Ärzte-Team im Luisenkrankenhaus berät Sie gerne zu den Themen brusterhaltende Operation, Therapiemöglichkeiten, Brustkrebs-Behandlung und wichtigen Fragen bei der Diagnose Brustkrebs.

Vereinbaren Sie einen Termin im Brustzentrum Luisenkrankenhaus in Düsseldorf.

Telefon: 0211-44773300



Dr. Darsow im OP bei einer Brustoperation.


Vollständige Brustentfernung (Mastektomie)

Eine vollständige Entfernung des Brustdrüsengeweses wird als Mastektomie bezeichnet. Die Brust wird ganz abgenommen, wenn nicht brusterhaltend operiert werden kann oder eine Bestrahlung nicht gewünscht oder möglich ist.

Ist ein Wiederaufbau gewünscht, kann das bereits im Vorfeld mit dem Arzt besprochen werden. Meist ist es möglich, die Entfernung der Brust und die Rekonstruktion in einem Eingriff durchzuführen.

Was wird gemacht?

Bei der Mastektomie wird nach derzeitigem Standard das gesamte Drüsengewebe mitsamt der darüber liegenden Haut und der Brustwarze sowie die Bindegewebshaut, die zwischen dem Brustmuskel und dem Drüsengewebe liegt, entfernt.

Bei einem geplanten Wiederaufbau mit Eigengewebe oder Implantat, ist es möglich,  dass Haut und/oder die Brustwarze erhalten werden. Das kommt jedoch nur infrage, wenn Haut und Brustwarze frei von Tumorzellen sind.

Vor- und Nachteile der Mastektomie

Ein Vorteil bei der Mastektomie ist, dass in der Regel eine anschließende Bestrahlung nicht notwendig ist. Fachleute empfehlen in ihren Leitlinien für manche Betroffene trotz vollständiger Brustentfernung eine Strahlentherapie. Dies ist insbesondere bei sehr großen Tumoren der Fall, oder wenn mehr als drei Lymphknoten befallen waren.

Eine Mastektomie ist ein großer Eingriff, besonders wenn gleichzeitig eine Rekonstruktion erfolgt. Ohne Wiederaufbau der Brust ist die Krankheit sichtbar und kann eine psychische Belastung für manche Frauen darstellen.


Das Brustzentrum Luisenkrankenhaus ist ein hochspezialisiertes Zentrum mit über 700 Brust-Eingriffen im Jahr. Ein erfahrenes Team bietet den Patientinnen die bestmögliche Brustkrebs-Behandlung. Das überregional anerkannte Ärzte-Team am Brustzentrum Luisenkrankenhaus  steht für hohe Versorgungsqualität durch Spezialisierung und Erfahrung.

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Wiederaufbau der Brust

Zu einer Brustkrebs-Behandlung zählt auch der anschließende Wiederaufbau der Brust. Es gibt verschiedene Methoden, die Brust nach einer Operation wieder aufzubauen. Wenn keine Bestrahlung nötig ist, kann der Wiederaufbau auch in der gleichen Operation wie die Brustentfernung erfolgen. Eine spätere Rekonstruktion, beispielsweise nach einer Strahlentherapie, ist ebenfalls möglich.

Die Brustentfernung kann abhängig von den Körperproportionen zu Rückenschmerzen oder Haltungsschäden führen. Der Wiederaufbau der Brust ist deshalb medizinisch gerechtfertigt. Betroffene Frauen können jedoch frei entscheiden, ob sie die Brust wieder herstellen lassen oder nicht. Zum Wiederaufbau der Brust stehen verschiedene Methoden zur Auswahl.

Rekonstruktion mit Eigengewebe (autologe Rekonstruktion)

Bei einem Wiederaufbau der Brust mit körpereigenem Gewebe ist die neue Brust in der Regel weicher und bewegt sich natürlicher. Mit dieser Methode kann auch das Volumen nach einer brusterhaltenden Therapie wieder aufgefüllt werden.

Eine Sofortrekonstruktion ist möglich, jedoch abhängig von weiteren Behandlungen wie Chemotherapie und Bestrahlung. In der Regel erfolgt die Rekonstruktion mit Eigengewebe dann in einer separaten Operation.

Diese Art des Wiederaufbaus ist ein großer Eingriff. Dieser ist mit größerem Blutverlust und weiteren Narben an anderen Körperstellen verbunden. Je nach Methode können unterschiedliche Komplikationen auftreten.

Zum Aufbau wird das „Material“ meist aus Bauch oder Rücken gewonnen. Das Gewebe muss durchblutet sein, damit es nicht abstirbt und gut anwächst. Welche Stelle sich für die Entnahme am besten eignet, hängt vom Körperbau und bereits bestehenden Narben ab.

Mit Eigengewebe lässt sich eine neue kleine Brust bilden. Diese kann zusätzlich mit einem Implantat gefüllt werden, sollte sich die Größe gegenüber der gesunden Brust deutlich unterscheiden. Eine Alternative zum Größenausgleich ist es, die gesunde Brust zu verkleinern.

Wiederaufbau durch Implantate

Die einfachste Möglichkeit die Brust nach einer Brustkrebs-Behandlung zu rekonstruieren ist der Brustaufbau mit einem Implantat. Die Operation ist vergleichsweise klein. Meist werden für die Implantate silikonhaltige Kissen mit rauer Oberfläche verwendet.

Der Brustaufbau mit Implantat eignet sich für einen sofortigen und auch späteren Wiederaufbau.

Erfolgt die Rekonstruktion zeitgleich mit der Brustentfernung, ist es möglich, die Haut bestehen zu lassen. Die Haut muss tumorfrei sein. Ist die Brusthaut bei der Amputation entfernt worden, muss die verbliebene Haut erst gedehnt werden. Dazu wird als Platzhalter eine Ballonprothese eingesetzt.

Das Implantat ist für die meisten Frauen gut verträglich. Der Körper umschließt das Implantat mit einer sogenannten Kapsel aus Bindegewebe. In manchen fällen kann sich diese Kapsel verhärten und das Implantat zusammendrücken. Es kommt zu Schmerzen. Diese sogenannte Kapselfibrose führt dazu, dass das Implantat ausgetauscht werden muss. Überwiegend werden deshalb heute Implantate mit einer rauen Oberfläche verwendet. Diese nimmt der Körper besser an.

Rekonstruktion der Brustwarze

Ist die Brustrekonstruktion geschafft, bleibt als letzter Schritt die Nachbildung der Brustwarze. Denn erst die Brustwarze lässt eine Brust natürlich aussehen.

Die Rekonstruktion der Brustwarze sollte erst durchgeführt werden, wenn der Brustaufbau gut verheilt ist. Meistens wird bei Patientinnen die Brustwarze erst mehrere Monate nach dem Wiederaufbau der Brust nachgebildet.

Von „Nipple sharing“ spricht man, wenn ein Teil der gesunden Brustwarze übertragen wird. Es ist auch möglich, die Brustwarze mit körperfremdem Material, wie Silikon zu verstärken. Der Warzenvorhof lässt sich durch Verpflanzung von dunkleren Hautpartien nachbilden. Er kann auch tätowiert werden.

Die Rekonstruktion der Brustwarze wird nicht von allen Kassen übernommen.


OP-Schwester im Luisenkrankenhaus bei einer Brust-OP

Eine OP-Schwester öffnet die Verpackung eines Brust-Silikonimplantates.

OP-Schwester während einer OP.

Nachsorge nach Brustaufbau

Bei einer vollständigen Entfernung des Drüsengewebes (Mastektomie) wird die betroffene Seite nicht mammographiert, sondern nur die gesunde. Nach einer brusterhaltenden Operation und der Rekonstruktion mit Silikon oder Eigengewebe ist die Mammographie grundsätzlich möglich.

Brustkrebs-Nachsorge nach Brustaufbau mit Implantat

Nach einer Mastektomie und einem Brustwiederaufbau mit einem Implantat, lässt sich die betroffene Seite mittels Ultraschall gut beurteilen. Die Ärzte schauen – auch wenn kein Drüsengewebe mehr vorhanden ist – nach Veränderungen an der Brustwand und unter der Haut.

Nach einer brusterhaltenden Operation und dem Wiederaufbau mit einem Implantat, ist eine Mammographie möglich. Die Schwierigkeit besteht darin, dass die Bilder schwerer auszuwerten sind. Zusätzlich kann deshalb ein Ultraschall oder ein MRT infrage kommen.

Die Prothese sollte regelmäßig von einem erfahrenen Arzt kontrolliert werden. Diese kann durch eine Mammographie nicht beurteilt werden.

Brustkrebs-Nachsorge nach Brustaufbau mit Eigengewebe 

Nach einer Brustrekonstruktion mit Eigengewebe ist die Mammographie nicht einfach. Muskelgewebe und vernarbtes Geweben lassen sich nur eingeschränkt beurteilen. Dennoch können Fachärzte Mikrokalk und Zysten gut erkennen. Zusätzlich kann eine Ultraschall-Untersuchung durchgeführt werden.



Behandlung in klinischen Studien am
Brustzentrum Luisenkrankenhaus in Düsseldorf 

Das Luisenkrankenhaus in Düsseldorf  hat seit dem 1. März 2005 ein eigenes Studiensekretariat eingerichtet.

Die Aufgaben des Studiensekretariats liegen in der Organisation und Durchführung von klinischen Studien zur Brustkrebs-Behandlung.

In klinischen Studien werden neue Therapieverfahren, von denen man sich prinzipiell eine Verbesserung der Standardtherapie (sog. „Goldstandard“ oder „State of the Art“ als bisher bester Therapie) erhofft, sorgfältig (unter den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen) überprüft. Die heutige „Standardtherapie“, die dem besten Stand des heutigen Wissens entsprechen soll, wurde mit Hilfe der klinischen Forschung entwickelt.

Trotz der Vielzahl von zugelassenen Medikamenten auf dem Markt, besteht nach wie vor ein großer Bedarf an patientenorientierter, klinischer Forschung. Es geht vor allem um Neuentwicklungen von hochwirksamen Medikamenten bei gleichzeitig guter Verträglichkeit für die Patienten.

Klinische Studien werden unter höchsten Sicherheitsbedingungen durchgeführt. Durch strenge Richtlinien werden nicht nur hohe Maßstäbe an die Qualität der Durchführung von Studien, sondern auch an den Schutz der Patienten gestellt und eingehalten. Gute klinische Studien entsprechen damit  dem „GCP“, das sind Standards der guten klinischen Praxis („Good Clinical Practice“). Qualitätsgesicherte Studien müssen strenge Kriterien erfüllen und werden zusätzlich von Ethikkommissionen geprüft.

Patientinnen, die sich entschließen, an einer klinischen Studie teilzunehmen, können in mehrfacher Hinsicht profitieren: Sie werden besonders intensiv betreut durch regelmäßige, engmaschige Untersuchungen. Und sie werden nach Methoden behandelt, die alle Anforderungen der Qualitätssicherheit erfüllen.


Alle Informationen zur Studiendurchführung erhalten Sie beim Studiensekretariat des Luisenkrankenhauses.

Ihre Ansprechpartner im Studiensekretariat:

Dr. rer. nat. T. Schaper
Leitung des Studiensekretariats
schaper@luisenkrankenhaus.de
Tel.: 0211 / 44773390

Frau Brigitte Groß
Study nurse
gross@luisenkrankenhaus.de
Tel.: 0211 / 44773365
Fax: 0211 / 44773389 oder  44773369

Frau Lisa Franzmann
Dokumentarin
franzmann@luisenkrankenhaus.de
Tel.: 0211 / 44773380



Angebote von ISI für Patientinnen

Kopfhautkühlung unter der Chemotherapie

Bei einer Brustkrebs-Behandlung wird oft vor einer Operation eine Chemotherapie eingesetzt um Tumoren zu verkleinern. Als Nebenwirkung einer Chemotherapie tritt sehr häufig der teilweise oder komplette Haarverlust auf. Das Ziel der Kopfhautkühlung ist es, den durch die Chemotherapie verursachten Haarverlust zu reduzieren.

Chemotherapie-Medikamente verdanken ihre Wirksamkeit der Fähigkeit, die sich schnell teilenden, bösartigen Zellen anzugreifen. Diese Medikamente greifen allerdings auch die gesunden Zellen der Haarfollikel an. Von diesen befinden sich 85-90% gleichzeitig im Stadium des schnellen Wachstums. Das führt zu teilweisem oder komplettem Haarausfall.

Durch die Kopfhautkühlung werden die Blutgefäße in der Kopfhaut verengt. Dadurch kann die Menge an Chemotherapie-Medikamenten, die zu den Haarfollikeln transportiert wird, verringert werden. Zusätzlich wird die lokale Stoffwechselaktivität eingeschränkt. Dadurch wird die zelluläre Aufnahme der Medikamente an den Haarfollikel gemindert.

Die Selbsthilfegruppe Internationale Senologie Initiative ISI e.V. stellt den Patientinnen im Brustzentrum Düsseldorf im Luisenkrankenhaus zurzeit noch kostenlos den Gebrauch der Kühlhaube zur Verfügung. Das Projekt finanziert sich über Spenden.

Unter dem Motto „ISI Cares for Hair“ ist es der Initiative gelungen bisher 450 Patientinnen kostenfrei mit der Kühlhaube zu versorgen.


Ärztin mit einer Patientin bei der Chemotherapie mit Hilotherapie.


Hilotherapie in der Chemotherapie 

Die Hilotherapie ist ein Thermo-Heilverfahren, das sich in vielen medizinischen Sektoren und Therapiebereichen bewährt hat.

In der Onkologie findet die Hilotherapie  seinen Einsatz während der Chemotherapie zur Reduzierung / Vermeidung der gefürchteten Nebenwirkungen des Hand-Fuß-Syndroms und der Polyneuropathien (Nervenschädigungen an Händen und Füßen).


Was ist eine Polyneuropathie?

Polyneuropathien sind Erkrankungen der außerhalb des Gehirns und Rückenmarks (des zentralen Nervensystems) liegenden Nerven. Abhängig von der Art der Nervenschädigung, treten verschiedene Beschwerden auf: z.B. Taubheitsgefühl an Händen oder Füßen, unangenehmes Kribbeln, Schmerzen, Hitze- oder Kältegefühl, Kraftlosigkeit bis hin zu Lähmungen, Gleichgewichtsstörungen, Schwindel, Kreislaufstörungen, Blasenentleerungsstörungen.



Was ist ein Hand-Fuß-Syndrom (HFS)?

Das HFS kann bei bestimmten Substanzen einer Chemotherapie auftreten. Es kann sich an Händen und Füßen durch Kribbeln, Taubheitsgefühl, starke, schmerzhafte Rötungen bis hin zu Schwellungen, Hautschuppung, offenen Wunden und bei schlimmer Ausprägung auch mit dem Verlust von Finger- und oder Fußnägeln äußern.

In einem Pilotprojekt mit 60 Patienten des Brustzentrums Luisenkrankenhaus konnte durch die vorbeugende Kühlung von Händen und Füßen gezeigt werden, dass sich die unerwünschten Nebenwirkungen des Hand-Fuß-Syndroms und der Polyneuropathie  deutlich reduzieren bzw. vermeiden ließen.

Weitere Informationen zur Hilotherapie finden Sie hier.

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